Bildung stärkt Vielfalt – Kurse & Veranstaltungen für Sinti und Roma
Zertifizierte JULEICA Ausbildung für die Jugendarbeit.
Findet an einem Wochenende Anfang Herbst 2026 statt. Anmeldungen sind bereits möglich.
Der Lehrgang umfasst Präsenz- und Online-Elemente in dem pädagogische Grundlagen, rechtliche Fragen, Persönlichkeitsentwicklung sowie
antiziganismusmuskritische und diversitätssensible Inhalte vertieft werden. Die Landesvertretung Deutscher Sinti und Roma tritt dabei als Träger auf und verbindet klassische Juleica-Inhalte mit Schwerpunkten Sinti, Roma, Antiziganismus und Politischer
Bildung.
In diesem Modul werden Grundqualifikationen zu pädagogischen Prinzipien und den Bedürfnissen von Kindern und Jugendlichen vermittelt, ergänzt durch Einheiten zur psychologischen Entwicklung und Gruppendynamik. Es umfasst Morgenrunden, Erwartungsklärung, Einführung in Juleica, sowie Übungen zu „Wie leite ich eine Gruppe?“, Motivation in Gruppen und dem Bild des „perfekten Teamers“.
Hier werden Rechte und Pflichten von Jugendleiter*innen, rechtliche Grundlagen sowie die Themen sexuelle Gewalt, Umgang damit und strafrechtliche Aspekte bearbeitet. Die Inhalte werden in Theorieinputs, Gruppenarbeiten und Präsentationen aufbereitet und schließen mit kollegialem Feedback in mehreren Stufen (Selbstreflexion, Gruppenfeedback, Feedback der Leitung) ab.
Dieses Modul konzentriert sich auf Konfliktebenen, das Erleben von Konflikten, Umgangsstrategien und die Stärkung von Gruppenprozessen. Rollenspiele, Übungen in zwei Gruppen und Feedbackphasen sowie die Bearbeitung von psychologischen Entwicklungsstufen dienen dazu, Konfliktlösungskompetenzen und pädagogische Professionalität aufzubauen.
In diesem Teil geht es um Planung und Durchführung von Veranstaltungen und Gruppenstunden: Zeitplanung, Programmplanung, Finanzplanung, Einsatz von Checklisten und Medienwahl stehen im Mittelpunkt. Ergänzt wird dies durch Einheiten zu „Was man bei einer Veranstaltung beachten muss – Persönlichkeitsentwicklung“ sowie „Was & Wie“‑Reflexionen, in denen Methoden und Umsetzung gemeinsam ausgewertet werden.
Das Konzept integriert explizit politische Bildung („Eine Frage des Zusammenlebens“), rassismuskritische Bewertung von Materialien und Stundeninhalten sowie Einheiten zu Hass im Netz (Hate Aid). Diese Bausteine werden genutzt, um die spezifische Lebensrealität von Sinti und Roma einzubeziehen, Diversität zu thematisieren und die Teilnehmenden zu rassismuskritischen Multiplikator*innen der Landesvertretung deutscher Sinti und Roma zu qualifizieren
Zum Abschluss finden Brainstormings („Was nehme ich mit aus den zwei Tagen?“), Großgruppenreflexionen, eine kolloquiumsartige Einheit mit schriftlichem Teil zum Thema Juleica-Zertifizierung sowie eine strukturierte Feedbackrunde statt. Diese Phase dient der Sicherung der Lernergebnisse, der Überprüfung der Eignung als Jugendleiter*in und der Vorbereitung auf die Beantragung der Juleica über die Landesvertretung Deutscher Sinti und Roma.
Teilnahme: aktive Teilnahme an allen Modulen (Online-Sessions, Exkursion/Blockseminar oder digitale Alternativen) und Bearbeitung der Selbstlernaufgaben.
Lerne Antiziganismus zu erkennen und Bildungsarbeit zu gestalten.
Das Qualifikationsprogramm „Bildungsbotschafter:in gegen Antiziganismus“ umfasst insgesamt 155 Stunden Workload (ca. 65 h online / Präsenz, 90 h Selbstlernzeit) im Zeitraum von mehreren Monaten und ist nach ECTS-Logik anrechenbar. Kernanforderung ist eine 90‑minütige Abschlusspräsentation mit Kolloquium zu einem selbst gewählten Thema aus den Modulen.
Ziel: Historische Entwicklung, gesellschaftliche Verankerung und politische Strukturen des Antiziganismus verstehen.
Typische Inhalte:
– Geschichte des Antiziganismus und Völkermord an Sinti und Roma.
– Verbands‑ und Bürgerrechtsarbeit in Deutschland und Europa.
– Rolle von Kirchen, Staat und Medien.
Formate: Online‑Vorträge, Lektüre, Diskussionsforen.
Workload-Rahmen: ca. 8–12 Stunden pro Jahr.
Ziel: Antiziganismus interdisziplinär (Geschichte, Soziologie, Theologie, Politische Bildung etc.) analysieren und Diskriminierungsmechanismen erkennen.
Typische Inhalte:
– Bildungsfahrt/Gedenkfahrt (z.B. KZ-Gedenkstätte) mit Workshops zu Empowerment und institutionellem Antiziganismus.
– Tagung zu Kirche, Justiz und Politik im Kontext von Antiziganismus.
Formate: Exkursion/Blockseminar, Tagung, begleitende Online‑Reflexion.
Workload-Rahmen: ca. 30–40 Stunden inkl. Vor‑ und Nachbereitung.
Ziel: Strategien zur Stärkung der Community und didaktische Konzepte für antiziganismuskritische Bildungsarbeit entwickeln.
Typische Inhalte:
– Empowerment-Ansätze und eigene Bildungsbiografien.
– Medien- und Literaturarbeit aus Perspektive von Sinti und Roma.
– Entwicklung antiziganismuskritischer didaktischer Kriterien und Unterrichtskonzepte.
Formate: Online‑Workshops, Praxisaufgaben (z.B. Entwurf von Unterrichtseinheiten/Workshops), Peer‑Feedback.
Workload-Rahmen: ca. 15–20 Stunden.
Ziel: Fallanalysen durchführen, eigene Bildungsprojekte konzipieren und professionell präsentieren.
Typische Inhalte:
– Arbeit mit visuellen und textlichen Quellen („antiziganistisches Gedächtnis“, Archive, Medienanalyse).
– Politische Bildung in der Praxis.
– Präsentationstechniken, Awareness, Selbstschutz als Bildungsbotschafter*in.
Formate: Seminare, Kolloquien, Übungspräsentationen, Fallstudienarbeit.
Workload-Rahmen: ca. 15-20 Stunden.
Teilnahme: aktive Teilnahme an allen Modulen (Online-Sessions, Exkursion/Blockseminar oder digitale Alternativen) und Bearbeitung der Selbstlernaufgaben.
Leistungsnachweis:
– Abschließender Fachvortrag (≥ 90 Minuten) mit Kolloquium, online, basierend auf einem Thema aus Modul 1–4.
– Zertifikat: Ausstellung durch die Landesvertretung deutscher Sinti und Roma / Sinti Powerclub e.V. mit Transcript of Records und ECTS‑fähiger Workload-Darstellung.
Die meisten Fachvorträge finden online via Zoom statt. Zwei Vorträge werden als Präsenzveranstaltung abgehalten.
Ja, beide Zertifikate sind anerkannt. Im Rahmen der Jugendleiterausbildung wird die Juleica-Card ausgestellt. Das Zertifikat des Bildungsprogramms Bildungsbotschafter*innen gegen Antiziganismus ist akademisch akkreditierbar und kann von Hochschulen anerkannt werden.